Meine neue Serie:
Bummelnde Hummeln
Eine Serie über das Innehalten in einer Welt, die ständig weiter will.
Es gibt dieses leise Narrativ vom „fleißigen Bienchen“ – tief verankert, oft unbemerkt. Es erzählt davon, dass Wert durch Leistung entsteht, dass Pausen verdient werden müssen und dass ein voller Kopf ein Zeichen von Bedeutung ist.
Die Serie Bummelnde Hummeln stellt diesem Bild etwas anderes entgegen.
Sie zeigt Momente des Innehaltens, des Sich-Tragen-Lassens, des bewussten Ausstiegs aus der Eile. Hummeln, die nicht hetzen, sondern verweilen.
Jedes Werk dieser Serie öffnet einen kleinen Raum – einen Moment, in dem nichts getan werden muss.
Es geht um Pausen ohne Rechtfertigung.
Um Vertrauen statt Kontrolle.
Bummelnde Hummeln
1.250 €
1.250 €
2.600 €
Teil 16 der 1001 Waldgeschichten
Bummelnde Hummeln
Sie war der Inbegriff des fleißigen Bienchen gewesen, diejenige, die für alle da ist, alles im Blick behält und selbst dann noch lächelt, wenn innerlich längst alles gleichzeitig nach Aufmerksamkeit ruft. Funktionieren war kein Zustand, sondern eher eine zweite Natur geworden.
Bis zu diesem Moment in einer Gärtnerei.
Sie weiß selbst nicht genau, wie es passiert, aber plötzlich liegt sie am Boden zwischen Töpfen, Erde und dem ruhigen Kommen und Gehen der anderen Menschen, die kurz irritiert zu ihr hinüberblicken und dann doch weitergehen, als wäre nichts Ungewöhnliches daran, dass jemand einfach liegen bleibt.
Und während dieser Moment sich ausdehnt, taucht ein Gedanke auf, leise und ungewohnt klar: Was wäre, wenn sie einfach hier liegen bleiben könnte?
Nicht nur kurz verschnaufen, sondern wirklich ausruhen. Einfach da sein, ohne etwas zu müssen.
Ihr Blick verschwimmt leicht, als eine Hummel auf ihrem Handrücken landet, der vor ihrem Gesicht liegt. Sie bewegt sich kaum, nur dieses kleine, lebendige Gewicht, das kurz krabbelt, innehält und dann ganz ruhig wird.
Sie bleiben liegen. Länger, als es vernünftig wäre. Länger, als es erklärt werden könnte. Und in dieser Zeit beginnt sich etwas in ihr zu verschieben, nicht laut, nicht dramatisch.
Als sie aufsteht, ist nichts offensichtlich anders. Doch ein echtes, ruhiges Lächeln liegt in ihrem Gesicht, als sie die Hummel vorsichtig auf eine Blüte im Außenbereich der Gärtnerei setzt, als würde sie etwas zurück in die Welt geben, das sie selbst kurz getragen hat.
Dann geht sie langsam hinaus. Sie schlendert über den Parkplatz zu ihrem Lastenfahrrad, und während sie losfährt, beginnt sie eine neue Melodie zu summen.
Was könnten wir alles bewegen, wenn wir mehr echte Pausen machen würden?